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Weiterhin unterschiedliche konjunkturelle Entwicklung innerhalb des Euroraums


Auch nach mehr als sieben Jahren nach der Vollendung der Europäischen Währungsunion weisen die Mitgliedsländer unterschiedliche konjunkturelle Entwicklungen auf - wie die Analyse der realwirtschaftlichen Daten zeigt.

Durch die Gründung der Europäischen Währungsunion gehören Nominalzinsunterschiede innerhalb der EWU praktisch der Vergangenheit an. Aber es existieren weiterhin nicht zu vernachlässigende Unterschiede bei den Inflationsraten, die sowohl strukturelle Ursachen als auch eine konjunkturelle Komponente haben. Vielfältige Rigiditäten in der EWU tragen dazu bei, dass Inflationsunterschiede hier länger als in anderen Währungsräumen bestehen bleiben. Dadurch sind auch die realwirtschaftlichen Konsequenzen der konjunkturellen Komponente im Euroraum ausgeprägter.

Zum Beispiel hat ein Land mit dauerhaft höheren Inflationsraten den Vorteil niedrigerer Realzinsen. Bei niedrigen Realzinsen werden sich mehr reale Investitionen, etwa in Immobilien, lohnen als in den Ländern mit höheren Realzinsen. Als Resultat ergibt sich ein tendenziell höherer Investitionsanteil an der gesamtwirtschaftlichen Produktion, die sich dadurch selbst auch erhöht. Aus der höheren Inflationsrate resultiert aber gleichzeitig eine stetige Verschlechterung der Wettbewerbsposition, da Preise und Löhne stärker steigen als im Partnerland. Während also Realzinsdifferenzen zu einer dauerhaft unterschiedlichen Entwicklung beitragen, führt der reale Wechselkurs eher zu einer Konvergenz zwischen den Ländern einer Währungsunion.

Letztlich stellt sich die Frage, welcher dieser Mechanismen überwiegt. Die EZB argumentiert, dass mittelfristig der Wettbewerbskanal die „entscheidende Triebfeder für eine Anpassung“ sein wird. Die Analyse der realwirtschaftlichen Daten der EWU-Mitgliedsländer bestätigt diesen Effekt bislang nicht. Eine Konvergenz der konjunkturellen Entwicklung konnte in den letzten Jahren nicht festgestellt werden.

Quelle: ifo 

 
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