Gründer News
Konjunktur Berichte
Konjunkturprognose des IMK
Konjunkturprognose des IMK |
Finanzpolitik gefährdet AufschwungDas Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland wird in diesem Jahr um 1,7 Prozent steigen. Im kommenden Jahr fällt das BIP-Wachstum deutlich auf 1,1 Prozent zurück – falls die Bundesregierung ihre Konsolidierungspolitik wie angekündigt umsetzt und die Mehrwertsteuer erhöht. Dementsprechend geht die Zahl der Arbeitslosen 2006 um 230 000 zurück, 2007 lediglich um weitere 70 000 Personen. Ohne den bremsenden Einfluss der Politik würde das Wachstum im kommenden Jahr bei mehr als zwei Prozent liegen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung, die der wissenschaftliche Direktor des IMK, PD Dr. Gustav A. Horn, am Dienstag in Berlin vorstellt. „Ein Aufschwung wäre möglich, wird aber durch die Konsolidierungspolitik verhindert“, sagt Horn. Export und Ausrüstungsinvestitionen stark, Konsum weiter schwachTragende Säule der Konjunkturentwicklung in Deutschland bleibt auch 2006 und 2007 die Ausfuhr. Die deutsche Wirtschaft profitiert von der weiterhin lebhaften Weltkonjunktur. So steigt das BIP in China 2006 nach der IMK-Prognose um 9,3 Prozent, in den USA um 3,1 Prozent. Im Euroraum legt die Wirtschaft um 1,9 Prozent zu. Bei noch einmal sinkenden Lohnstückkosten in Deutschland wird der reale Export von Waren und Dienstleistungen um acht Prozent in diesem Jahr und knapp sieben Prozent 2007 wachsen. Allerdings beobachten die Wirtschaftsforscher beträchtliche weltwirtschaftliche Risiken. Dazu zählt neben der zunehmenden globalen Unsicherheit bei der Energieversorgung auch das große Defizit der US-Handelbilanz. Konsolidierungsschock und Gefahr von Zinserhöhungen„All das spricht dafür, dass die Wirtschaftspolitik vor allem die Binnennachfrage beleben muss, während die internationale Wettbewerbsfähigkeit lediglich zu sichern ist“, betont IMK-Direktor Horn. Die angekündigten Konsolidierungsmaßnahmen der Bundesregierung führen aber zum gegenteiligen Effekt. Angesichts der geplanten Mehrwertsteuererhöhung rechnet das IMK damit, dass der private Konsum schon 2007 wieder deutlich um 0,4 Prozent zurückgeht. Defizit schon 2006 unter drei Prozent, doch keine nachhaltige KonsolidierungDas gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit sinkt nach der IMK-Prognose bereits in diesem Jahr auf 2,8 Prozent des BIP und damit unter die Obergrenze des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts. 2007 geht das Defizit auf 2,2 Prozent zurück. Längerfristig gefährden die Wachstumsverluste durch die Steuererhöhung jedoch den angestrebten Konsolidierungseffekt, weil mit der konjunkturellen Abschwächung auch die Staatseinnahmen zurückgehen und die Ausgaben wachsen. „Die Bundesregierung droht ihr oberstes Ziel, den Abbau der Massenarbeitslosigkeit, zu Gunsten eines möglicherweise lediglich vorübergehenden Konsolidierungserfolgs zu opfern“, warnt IMK-Direktor Horn. Quelle: boeckler.de |
| < Zurück | Weiter > |
|---|
|
|
| Links |
|---|
|
|