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Damit Frauen ins Geschäft kommen

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Vor allem im Dienstleistungssektor sind Gründerinnen aktiv – der Nachholbedarf ist dennoch groß

Erste Unterschiede zwischen Gründermann und Gründerfrau zeigen sich vorm Banktresen: „Männer fragen oft nur nach Finanzierungsdetails wie Zinssätzen“, hat Brigitte Bartesch, Beraterin im KfW-Infocenter Bonn, beobachtet. „Frauen dagegen wollen häufig auch wissen, was passiert, wenn sie scheitern“. Die größere Existenzangst vor der Existenzgründung führt auch dazu, dass Frauen lieber klein anfangen und im Nebenerwerb. Bartesch: „Frauen gründen einfach vorsichtiger als Männer“.

Und seltener. In der deutschen Gründerszene sind sie unterproportional vertreten. Laut Global Entrepreneurship Monitor (GEM) – einer Studie zum Gründungsgeschehen – sind in Deutschland nur 29,9 Prozent aller Unternehmensgründer weiblich. Im Durchschnitt der 33 Länder, die an der Untersuchung teilnahmen, sind es dagegen 39,1 Prozent.

Es herrscht Unternehmerinnen-Mangel. Doch am Finanzierungsumfeld kann es nicht liegen. In der gleichen Untersuchung belegt Deutschland bei der öffentlichen Förderinfrastruktur, also der Anzahl und Qualität staatlicher Förderprogramme für Existenzgründungen, den 1. Platz. „Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Förderung von Gründungen hierzulande richtig aufgestellt ist“, sagt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Die Förderung ist offenbar nötig, damit Frauen aus dem Angestelltenjob oder aus der Arbeitslosigkeit in die berufliche Unabhängigkeit gelangen können. „Da Frauen häufig Kleinstunternehmerinnen sind und kleinere Kreditsummen als Männer benötigen, stoßen sie auf besondere Probleme“, sagt KfW-Expertin Margarita Tchouvakhina. „Die Vergabe von Kleinstdarlehen ist für die Banken in der Regel unattraktiv“. Ein Grund für den geringen Finanzbedarf: „Zu den Besonderheiten von Gründungen durch Frauen gehört, dass sie bestimmte Branchen wie Dienstleistung und Handel bevorzugen“ – und die sind nicht besonders kapitalintensiv. Laut KfW-Gründungsmonitor benötigen 86 Prozent der deutschen Gründer nicht mehr als 25.000 Euro Kredit, um sich selbstständig zu machen.

Ob für den wachsenden Dienstleistungssektor, für offene Unternehmensnachfolgen oder für Franchise-Ideen: Frauen werden durch Förderangebote ermutigt, neue Berufschancen zu ergreifen – zum Beispiel durch die KfW-Produkte Mikro-Darlehen und StartGeld. Liegt der Frauenanteil bei anderen KfWFinanzangeboten bei rund 20 Prozent, ist er mit mehr als 35 Prozent bei diesen beiden Krediten besonders hoch.

Der Fördervorteil besteht dabei nicht etwa in besonders niedrigen Zinsen. Diese liegen durchaus in marktüblicher Höhe. Der Fördervorteil zeigt sich vielmehr darin, überhaupt einen Kredit zu bekommen. Durch eine fixe Bearbeitungsgebühr und durch die Übernahme von 80 Prozent des Ausfallrisikos macht die KfW den jeweiligen Hausbanken die Kleinkreditvergabe schmackhaft.


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