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Innovation: Erfolgsmodell Finnland

Innovation ist mehr als Technikentwicklung

Die Orientierung auf neue Märkte, Kooperation und kurze Wege vom Labor in die Produktion sind wichtig, um die Innovationsfähigkeit von Unternehmen zu stärken. Dabei hat die deutsche Wirtschaft einigen Aufholbedarf: 23 Prozent der Unternehmen arbeiten mit Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen zusammen. In Finnland, einem der innovativsten Länder weltweit, sind es 70 Prozent.

Die Erfolgsfaktoren des finnischen Modells analysiert Werner Sengenberger, langjähriger Berater der Internationalen Arbeits­organisation (ILO), in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen, der Zeitschrift des Wirtschafts- und Sozial­wissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung.*

Der nordische Agrar- und Industriestaat hat sich in gut zehn Jahren zu einem Pionier der Informations- und Kommunikationstechnologie gewandelt. Finnland beeindruckt mit herausragenden Produktivitätszuwächsen und einer erstklassigen internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Wie Sengenbergers Analyse zeigt, verfolgen die Finnen einen breiten Innovationsansatz, der sich nicht nur auf Technikentwicklung beschränkt. Das zeigt das finnische Schul­system, das klare Bildungsziele hat, ohne sozial auszugrenzen. Ein weiterer wichtiger Faktor: Die Finnen haben erkannt, dass gesellschaftlicher Konsens den Fortschritt nicht bremst, sondern fördert.

Gewerkschaften, Arbeitgeber und Staat praktizieren eine intensive Kooperation, die weit über Fragen der Arbeitspolitik hinausgeht. Beispielsweise gehören die Sozialpartner Ausschüssen an, die bildungspolitische Leitlinien und sogar Unterrichtspläne ausarbeiten. Dieser soziale Dialog flankiert eine systematische nationale Innovationsstrategie, die eine Gleichrangigkeit von technischem und sozialem Fortschritt anerkennt. Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört ebenso dazu wie hohe Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung sowie in die Forschung.

*Werner Sengenberger, Innovationsorientierte Wirtschaftspolitik und soziale Kohäsion – Das Beispiel Finnland, in: WSI-Mitteilungen, Heft 3/2005

Quelle: boeckler.de 

 
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