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Finanzierung der Existenzgründung

Geschrieben am November 15, 2012 
abgelegt unter: Finanzierung, Kredite

Grundsätzlich braucht fast jeder Existenzgründer Startkapital, um sein Unternehmen in die Selbstständigkeit zu starten. Im Regelfall reicht das vorhandene Eigenkapital nicht aus, um in Büroeinrichtung, Technik, Maschinen, Fuhrpark, Waren- und Verbrauchslager, Personal und vieles mehr zu investieren. Um seine Geschäftsidee umzusetzen und zu starten braucht der Existenzgründer Finanzkraft. Zu berücksichtigen ist, dass es für Gründer nicht leichter wird, von Kreditinstituten Darlehen zu erhalten. Die optimale Gründungsfinanzierung richtet sich an verschieden Punkten aus, die im Finanzierungskonzept zu klären sind, um die für die Unternehmensgründung passende Finanzierung zu entwickeln. Bei der Planung wird in der Regel zweigliedrig vorgegangen:

Bei der Ermittlung der Mittelverwendung stellt sich die Frage: Für welchen Zweck und in welcher Höhe werden Finanzmittel gebraucht?

Neben der Feststellung des Anlagevermögens, sind Anschaffungs- und Vorhalte- bzw. Vorfinanzierungskosten für das Material- und/oder Warenlager sowie einmalige Gründungskosten (Handelsregisterkosten, Notarkosten, Genehmigungskosten, Beratungskosten, Sicherheiten/Kautionen, erhöhte Kosten für Anschubswerbung usw.) in die Planung einzubeziehen. Darüber hinaus muss der Existenzgründer davon ausgehen, dass das Unternehmen nicht von Null auf Hundert startet, sondern eine gewisse Anlaufzeit benötigt, innerhalb derer noch nicht volle, kostendeckende und gewinnerzielende Umsätze erreicht werden. Von daher ist die Einbeziehung einer Liquiditätsreserve zwingend notwendig und erforderlich, um nicht vorzeitig das Gründungsprojekt zu gefährden. Neben den für den betrieblichen Ablauf zu berücksichtigenden Reserven, sollte die „private“ Existenz des Gründers mit einer entsprechenden Reserve abgesichert sein.

Bei der Planung der Mittelherkunft stellt man darauf ab, welche Quellen für die benötigte Finanzkraft angezapft werden. Hierzu zieht man sogenannte Finanzierungsgrundsätze, Bilanzkennziffern – die Finanzierungsregeln – als normierte Mindestanforderungen an die aus der Bilanz ersichtliche Kapitalstruktur der Unternehmung heran. Diese Regeln resultieren aus Sicht der auf Anlagesicherheit strebenden Kapitalgeber, da die Finanzierung auf die Kapitalerhaltung  und -mehrung ausgerichtet ist. Die Finanzierungsregeln stellen auf das Verhältnis von Kapitalbindungs- und Kapitalüberlassungsfristen ab. Die goldene Bank-/bzw. Finanzierungsregel fordert die Übereinstimmung von Kapitalüberlassungs- und Kapitalbindungsdauer, sprich: Das Anlagevermögen wird durch Eigenkapital gedeckt,

das Umlaufvermögen durch Fremdkapital. Folgend gibt es weitere Abstufungen, wo einerseits das Anlagevermögen wird durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital gedeckt, das Umlaufvermögen durch Fremdkapital wird (sogenannte silberne Regel).

Die Kapitalstrukturregel geht davon aus, dass mindestens ein Drittel des gesamten Kapitalbedarfs einer Gründung durch eigene Mittel gedeckt wird.

Letztendlich kann die Unternehmensfinanzierung nicht schematisch und starr betrachtet werden, dennoch dienen die Finanzierungsregeln in unterschiedlichen Modifikationen im Rahmen von Bonitätsbeurteilungen durch Kreditinstitute, Versicherungen u.a. der Feststellung für die Ausreichung oder Nichtausreichung von Finanzmitteln.

Die Finanzierung für Existenzgründer ist ein besonders wichtiges Kapitel. Es empfiehlt sich daher, unbedingt fachlichen Rat in Sachen Finanzierung einzuholen.

Uwe Merten

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Uwe Merten

Ass. jur. Uwe Merten studierte - nach erfolgreicher landwirtschaftlicher und kaufmännischer Ausbildung - Rechtswissenschaften an der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin und absolvierte sein Referendariat in Brandenburg. Hiernach arbeitete er langjährig als Rechtsanwalt; überwiegend in seiner eigenen Kanzlei. Nunmehr ist er als Justiziar in der freien Wirtschaft tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit, setzt er sich fachlich mit den Voraussetzungen, Grundlagen und Problemen der Existenzgründung und Unternehmensführung sowie Stabilisierung auseinander.



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